Die wahrscheinlich teuerste gescheiterte Geschäftsidee überdauerte gerade einmal ein halbes Jahr

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Quibi: 1,75 Milliarden Dollar, sechs Monate

Kaum ein Start-up war so üppig finanziert und scheiterte so schnell. Quibi, die Kurzvideo-Plattform von Jeffrey Katzenberg und der früheren HP-Chefin Meg Whitman, sammelte 1,75 Milliarden Dollar ein, unter anderem von Disney, NBCUniversal und Viacom. Stars wie Spielberg, Witherspoon und Lopez lieferten Inhalte. Im April 2020 startete der Dienst, im Oktober folgte die Schließung.

Statt der erwarteten sieben Millionen zahlenden Abonnenten im ersten Jahr waren es rund 500.000. Investoren erhielten etwa 350 Millionen Dollar zurück.

Katzenberg machte zunächst die Pandemie verantwortlich. Das greift zu kurz: Quibi setzte auf ein reines Smartphone-Konzept, Chromecast und AirPlay kamen zwei Monate nach dem Start, TV-Apps zwei Tage vor dem Aus. Katzenberg räumte später ein, man habe Nutzer um Geld gebeten, bevor sie das Produkt verstanden.

Unrühmlich verlief der Streit um die Kernfunktion „Turnstyle”. Das Start-up Eko warf Quibi vor, die Technik übernommen zu haben, und forderte rund 100 Millionen Dollar. Das Gericht hielt Ekos Patentansprüche für wenig aussichtsreich, sah aber gewichtige Indizien dafür, dass ehemalige Snap-Mitarbeiter Ekos Wissen bei der Entwicklung nutzten. Der Prozess dauerte 18 Monate und damit länger als Quibi selbst. Im September 2021 endete er mit einem Vergleich: Quibis Abwicklungsgesellschaft übertrug die Turnstyle-Rechte an Eko, Geld floss laut Berichten nicht. Quibi hatte stets bestritten und sprach von unabhängig geschaffenen Leistungen. Wer die Eigenentwicklung beteuert und die Technik am Ende doch abgibt, stärkt diese Darstellung nicht.

Das Fazit ist unbequem: Erfahrene Manager, viel Geld und Prominenz ersetzen keine Marktprüfung.

Quellen:

Forbes, Variety, Deadline, Hollywood Reporter, Tubefilter